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Organising junger Gewerkschafter_innen in Polen

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Am 6. und 7. Juni traf sich die Gewerkschaftsjugend des Gesamtpolnischen Gewerkschaftsbundes OPZZ und der NSZZ "Solidarno¶æ" in Kazimierz Dolny bei Pu³awy, um ihre bisherigen Aktivitäten im Organising (Mitgliederwerbung) zusammenzufassen und eine Agenda für die nächsten 1,5 Jahre auszuarbeiten. Mitorganisatorin war die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Warschau mit Unterstützung des Internationalen Gewerkschaftsbundes (ITUC). Am Treffen nahm auch der Direktor des Zentrums für Organising von UNI Europa teil.

06 07 06 2016Kazimierz Dolny. Zum Workshop sind über 20 junge Führungskräfte vom Gesamtpolnischen Gewerkschaftsverbund OPZZ und NSZZ "Solidarno¶æ" zusammengekommen.
Das nun schon zweite Treffen der jungen Gewerkschaftsmitglieder wurde mit der Vorstellung ihrer Aktivitäten während der letzten 12 Monate eröffnet. Julia Depta, Vorstandssekretärin des OPZZ-Jugendausschusses, hat die Kampagne "Masz prawo do godnej pracy!" ("Du hast Recht auf würdige Arbeit!") präsentiert. Im Rahmen dieser Aktion haben Schulungen stattgefunden, während denen die Grundlagen des Arbeitsrechtes und Unterschiede zwischen Arbeitsverträgen und den sogenannten "Müllveträgen" erläutert wurden. Die Vorstandssekretärin betonte, dass der Jugendausschuss vorhabe, Maßnahmen zum Organising im06 07 06 2016 gemeinsamen Kampf um Arbeiternehmer_innenrechte fortzusetzen und äußerte ihre Besorgnis über das Ausmaß der Probleme, vor denen Arbeitnehmer_innen stehen. Joanna D±browska vom Woiwodschaftsrat des OPZZ Masowien unterstrich, dass ein wichtiges Element der Maßnahmen des Jugendausschusses die Präzisierung der Forderungen junger Menschen auf dem Arbeitsmarkt sei, und dass der Ausschuss sich diesbezüglich auch schon mit dem Minister für Arbeit und Soziales getroffen habe.

Die "Solidarno¶æ"-Jugend stellte ihre Informationskampagne und Promotionsaktionen auf regionaler Ebene vor, dank deren sich die Anzahl der Mitglieder der Jugendsektion verdoppelt habe. Marcin Gallo, Vorsitzender der "Solidarno¶æ"-Jugendsektion unterstrich, dass das Hauptziel der Jugendsektion das Organising junger Menschen durch Aufklärung darüber, was eigentlich eine Gewerkschaft sei und welche Rolle sie habe. Die Probleme der unter 35-jähriger Arbeitnehmer_innen seien ganz anders, als die ihrer älteren Kolleg_innen, was auch der Grund für die Entstehung dieser Sektion gewesen sei. Als Hauptprobleme der Menschen, die erst am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen, benannte er die  "Müllverträge", ungeregelte Arbeitszeiten und den Mangel an Sozialleistungen. Darüber hinaus habe sich die "Solidarno¶æ"-Jugend für wohltätige Zwecke engagiert, z.B. durch Unterstützung des Kinderheims in Zabrze oder Teilnahme an der Aktion "Szlachetna Paczka" ("Nobles Paket").

Der zweite Workshoptag widmete sich der Planung künftiger Tätigkeiten beider Organisationen.06 07 06 2016 Sebastian Koæwin, Vorsitzender des OPZZ Woiwodschaftsrates Oppeln und Mitglied des Jugendausschusses unterstrich, dass niemand den Arbeitnehmer_innen von sich aus mehr Rechte geben werde, man müsse sie sich selber erkämpfen. Aus diesem Grund sollte der Jugendausschuss immer weiter ausgebaut werden und weiter wachsen. Damit der Nachwuchs zum Organisieren ermutigt werde, sollte die Jugendkommission ihr Schulungsangebot vergrößern, was die Anzahl neuer Gewerkschaftsorganisationen erhöhen werde. Maciej £apski, Mitglied des OPZZ-Jugendausschusses und der OPZZ-Mitgliedsorganisation "Konfederacja Pracy" schlug vor, Gewerkschaftsmitglieder auf Woiwodschaftsebene zu integrieren und lokale Maßnahmen zu Arbeitnehmer_innenrechten durchzuführen.
Die Prioritäten des OPZZ-Jugendausschusses für die kommenden Monate seien die Gründung neuer 06 07 06 2016Strukturen in den Woiwodschaften, Schulungen für junge Organisator_innen, Engagement in die  Kampange "Polska Bez Wyzysku" ("Polen ohne Ausbeutung") sowie fortlaufende Aktionen zur Lösung der Probleme der jungen Arbeitnehmer_innen.
Dominika Pyzowska von der Friedrich-Ebert-Stiftung unterstrich, dass die Nachwuchsförderung und Erhöhung der Kompetenz junger Gewerkschafter_innen im Kampf für bessere Arbeitnehmer_innenrechte eine der Prioritäten der FES sei und dass die Entschlossenheit und das konsequente Handeln der jungen OPZZ- und Solidarno¶æ-Aktivist_innen in Zukunft Früchte tragen werde. Dank solcher Treffen und dem Austausch an Erfahrungen junger Gewerkschafter_innen aus verschiedenen Organisationen oder Ländern, würde sich die Gewerkschaftsbewegung in Polen weiter entwickeln.

06 07 06 2016 Die Vertreterin des ITUC, Maria Tsirantonaki, die sich mit dem Organising-Programm für junge Menschen beschäftigt, zeigte sich begeistert von den bisherigen Aktivitäten beider Organisationen. In ihren anerkennenden Worten gegenüber den jungen Organisator_innen unterstrich sie, dass in ihnen viel Potenzial liege.
Abschließend hatten die jungen Gewerkschafter_innen die Gelegenheit die Stickstoff-Werke Pu³awy, einen der größten Betriebe in Polen zu besuchen, wo sich die Teilnehmer_innen mit den dortigen Gewerkschafter_innen trafen. Sie tauschten Erfahrungen bezüglich Organising-Methoden aus und wurden über die laufende gewerkschaftliche Arbeit im Werk informiert.

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