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Arbeitsbesuch Delegation der Zwischenbetrieblichen Gewerkschaft der ukrainischen Arbeitnehmer_innen in Polen

pdfArbeitsbesuch Delegation der Zwischenbetrieblichen Gewerkschaft der ukrainischen Arbeitnehmer_innen in Polen

Anfang Juli organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) einen Arbeitsbesuch einer fünfköpfigen Delegation der Zwischenbetrieblichen Gewerkschaft der ukrainischen Arbeitnehmer_innen in Polen (MZZPUP) bei dem DGB-Projekt „Faire Mobilität“. Ziel des anderthalbtägigen Austausches war neben der Vorstellung der eigenen Arbeit der Erfahrungsaustausch auf Fachebene.

07_2017

 Während „Faire Mobilität“  bereits seit 2011 Arbeitnehmende aus dem (EU-) Ausland in arbeits- und sozialrechtlichen Fragen berät, wurde MZZPUP erst vergangenes Jahr gegründet. Dies war eine Reaktion auf die steigende Zahl ukrainischer Arbeitnehmer_innen in Polen, die häufig im Niedriglohnsektor tätig sind und in der Regel keiner der polnischen Gewerkschaften angehören. Wie Piotr Ostrowski, Mitglied im Gewerkschaftsrat von MZZPUP und Leiter der Abteilung für Internationale Angelegenheiten im Gesamtpolnischen Gewerkschaftsverband (OPZZ), erklärte, sei die Gründung eine Antwort auf die mangelnden Informationen über und Sensibilität für die Bedürfnisse ukrainischer Beschäftigter bei den polnischen Betriebsgewerkschaften. „Wenn wir uns bei unseren Mitgliedsgewerkschaften in den Betrieben nach ukrainischen Arbeitnehmer_innen erkundigten, ernteten wir in der Regel Schulterzucken. Niemand schien etwas über die Ukrainer zu wissen. Deshalb lag es nahe, eine eigene Gewerkschaft zu gründen“, so Ostrowski.

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Zudem sei die Rechtslage für ukrainische Arbeitnehmende spezifischer Natur; als Drittstaatsangehörige unterliegen sie, im Gegensatz zu EU-Bürger_innen, nicht der EU-weiten Arbeitnehmerfreizügigkeit. Aufgrund dessen geht das Aufgabengebiet der MZZPUP über die klassische gewerkschaftliche Unterstützung bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen hinaus und umfasst darüber hinaus Hilfe bei der Arbeitsplatzvermittlung.

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 Wie der MZZPUP-Vorsitzende Yuryi Karyiagin berichtete, kämen zahlreiche ukrainische Arbeitnehmer_innen mit nicht viel mehr als einer Reisetasche und einer Handynummer des vermeintlichen Arbeitgebers in Polen an. Wenn dann die versprochene Abholung vom Busbahnhof nicht organisiert ist, finden sich viele der ukrainischen Neuankömmlinge in einer prekären Situation wieder. „Diese Leute kommen dann zu mir. Sie sind gerade erst angekommen und stehen bereits vor dem Nichts“, so Karyiagin. „Ich helfe ihnen dann natürlich bei der Arbeits- und Wohnungsuche.“ Aber auch in der klassischen Gewerkschaftsarbeit kann die neue Gewerkschaft auf erste Erfolge verweisen. „Oft reicht ein Anruf und ausstehende Gehälter werden plötzlich gezahlt“, berichtet Karyiagin. Zu den drängendsten Herausforderungen von MZZPUP zählt die Finanzierung. Da viele ukrainische Arbeitnehmer, nachdem sie einige Monate in Polen gearbeitet haben, wieder in die Ukraine zurückkehrten, sei es schwierig, sie als dauerhaft Beitragszahlende zu gewinnen.

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Die Teilnehmenden Gewerkschaftsvertreter_innen zogen ein positives Fazit der Veranstaltung. Neben des Kennenlernens und des Erfahrungsaustauschs, vereinbarten „Faire Mobilität“ und MZZPUP sich gegenseitig bei der Beratung ukrainischer Arbeitnehmer_innen in Deutschland und Polen zu unterstützen. Schließlich zögen etliche Ukrainier_innen nach einer ersten Arbeitsaufnahme in Polen anschließend nach Deutschland weiter.

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