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20th Century Jewish history and Digital Story Telling - Connecting 21st century Polish students to 20th century history

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Lehrer_innen-Seminar mit CENTROPA
Am 8. - 10. April 2016 fand in Krakau ein von der Friedrich-Ebert-Stiftung Warschau unterstütztes Seminar von CENTROPA über moderne Lehrmethoden zum Thema Geschichte der Juden in Polen und der Ukraine satt, an dem rund 50 Lehrer_innen aus Polen, der Ukraine und Deutschland teilnahmen.

08-10 04 2016Krakau. Zu Beginn des Seminars stellte Edward Serotta, Direktor von Centropa die Arbeit seines Zentrums zur Erforschung und Dokumentation des jüdischen Lebens in Ost- und Mitteleuropa (www.centropa.org) vor.
Die Einführung in das Seminarthema machte Jakub Nowakowski, Direktor des Jüdischen Museum Galizien, welches ebenfalls Partnerorganisation08-10 04 2016 dieses Seminars war. Das in Krakau ansässige Museum wurde gegründet, um zum einen der Opfer des Holocaust zu gedenken und zum anderen die jüdische Kultur im polnischen Galizien zu pflegen und dabei die jüdische Geschichte in einer neuen Perspektive darzustellen.

08-10 04 2016Dr. Edyta Gawroñ referierte daraufhin über die Geschichte der Juden in XX Jh. Vor 1918 lebten die Juden in Polen in allen 3 Teilungsgebieten, wodurch sich ihre Lebensweisen teilweise unterschieden. Erst nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens vereinigten sie sich in einem Staat und einer Gemeinde, welche vor dem Zweiten Weltkrieg die größte in Europa und die zweitgrößte weltweit war. So waren beispielsweise 33% der Warschauer Bevölkerung der Zwischenkriegszeit Jüdinnen und Juden. Lediglich 10% überlebten den Holocaust. Edyta Gawroñ schilderte das tägliche Leben der Jüdinnen und Juden in der Zeit zwischen den Weltkriegen und08-10 04 2016 stellte den Teilnehmenden u.a. die Person von Sara Schenirer vor, der ein großer Durchbruch im Bildungssystem in der jüdischen Gemeinde zu verdanken ist, da es ihr gelang, orthodoxe Rabbiner davon zu überzeugen, auch Mädchen die Schulbildung zugänglich zu machen. Sie schilderte den Beginn des Antisemitismus in Polen, die Migrationsströme der Juden in Europa und weltweit vor dem Zweiten Weltkrieg, sowie das Leben der überlebenden und in Polen gebliebenen Jüdinnen und Juden danach. Gawroñ erläuterte die Genese des Pogroms in Kielce 1946, in dessen Folge über 40 polnische Jüdinnen und Juden ermordet und weitere 80 verletzt wurden, die antizionistische Kampagne in Polen 1967-68, sowie deren Folgen in Form von starker Auswanderung. Das öffentliche, kulturelle und auch religiöse Leben der jüdischen Bevölkerung erwachte erst langsam wieder, beispielsweise mit der Verleihung des Nobelpreises an Isaac Bashevis Singer, dem Fall des Kommunismus in Polen, aber auch mit 08-10 04 2016Stephen Spielbergs Oscar prämierter "Schindler Liste". Die heutige jüdische Gemeinschaft in Polen zählt an die 8.000 Menschen, sie wird immer sichtbarer, aktiver und wächst stetig.

Nach diesem Einführungsreferat tauschten sich die Lehrerinnen und Lehrer in Gruppenarbeit darüber aus, wie sie in ihrem Unterricht das umfangreiche Centropa-Material, das von Filmen über Bilder bis hin zu Landkarten reicht, nutzen können. Der erste Seminartag klang mit einem Shabbat-Essen im Jüdischen Gemeindezentrum von Krakau aus.  

Der Samstag fing mit der Vorführung des Centropa-Films "Damit die Erinnerung nicht stirbt" (http://www.centropa.org/de/node/60518?language=pl&subtitle_language=de) über Teofila Silberring und ihr Leben im Vorkriegspolen an. Auch 08-10 04 2016bei dieser Gelegenheit, überlegten die Teilnehmenden in Kleingruppen, wie dieses Material im Geschichts-, Politik-, aber auch Sprachunterricht genutzt werden könnte und erstellten Unterrichtspläne. Centropa hat darüber hinaus eine App für Smartphones entwickelt, die die Besucher auf den Spuren der kleinen Tosia Silberring durch das jüdische Vorkriegskrakau führt. Ein Teil des Seminars war der praktischen Arbeit der Lehrer_innen mit der App gewidmet.

Der Nachmittag begann mit der Vorführung des Centropa-Films "Return to Rivne - A 08-10 04 2016Holocaust Story" (http://www.centropa.org/centropa-cinema/return-rivne-holocaust-story?language=All&subtitle_language=All).

08-10 04 2016Danach sprach Prof. Maksim Gon von der Staatlichen Universität in Riwne über den Holocaust in dieser von den Gräueltaten der Deutschen geplagten Stadt und den Umgang mit der Verarbeitung der Geschichte in der Ukraine.

Am Sonntag, den 10. April, präsentierten die Lehrer_innen Beata Skuza aus Wroc³aw und 08-10 04 2016Kirstin Lakeberg aus Bonn ihre guten Erfahrungen und Praktiken aus inter-kulturellen Projekten. In diesem Zusammenhang wies Dominika Pyzowska von der FES Warschau auf die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Polen und der Ukraine hin und stellte auch das von der FES seit 2008 unterstützte Seminar- und Konferenzreihe der Lehrer_innengewerkschaften aus Polen, Deutschland, Israel und Österreich vor (http://www.holocausteducation.eu).

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