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Sommerschule der Sozialen Demokratie
für Nachwuchskräfte aus Politik und Gewerkschaften

pdfSommerschule der Sozialen Demokratie für Nachwuchskräfte aus Politik und Gewerkschaften

Gemeinsam mit dem Ferdinand-Lassalle-Zentrum für soziales Denken organisierte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) vom 16. bis 20. August in Zegrze bei Warschau die mittlerweile 5. Sommerschule für junge Gewerkschafter_innen und progressive Nachwuchspolitikerinnen. Unter dem Titel „Gemeinsam könne wir mehr“ kamen rund dreißig Teilnehmende aus ganz Polen zusammen, um über für die Soziale Demokratie und die gewerkschaftliche Arbeit relevante Themen zu diskutieren und darüber hinaus Schlüsselfähigkeiten für die partei- und gewerkschaftspolitische Arbeit zu erlernen. Zu den Teilnehmenden zählten Aktive der Föderation junger Sozialdemokraten (Federacja Mlodych Socjaldemokratów, FMS), der Partei Razem, der Initiative Polen (Inicjatywa Polska) sowie der Jugendkommissionen der Gewerkschaft Forum und des Gesamtpolnischen Gewerkschaftsbundes (OPZZ).

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Am Beginn der Veranstaltung diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam mit Dr. Rafal Bakalarczyk vom Institut für Sozialpolitik der Universität Warschau über die Frage „Verwirklicht die PiS-Regierung die Idee eines solidarischen Polens?“. In der Diskussion wurden zwar einerseits die sozialpolitischen Reformen der PiS positiv erwähnt, andererseits aber auch auf gesellschaftliche Gruppen hingewiesen, die von sozialen Leistungen ausgeschlossen bleiben. Weiterhin kritisierten die Teilnehmenden die jüngsten Justizvorhaben, die der Idee eines solidarischen Polens widersprächen.

Der zweite Tag begann mit zwei Diskussionen zu gewerkschafts- und sozialpolitischen Themen. Dr.16-20_08_2017 Janina Petelczyc vom Institut für Sozialpolitik der Universität Warschau referierte zum Thema „Auf welche Weise begünstigen wirtschaftliche und soziale Unsicherheit die Popularität der extremen Rechten? Was können Gewerkschaften und progressive Bewegungen tun?“. Ausgehend von den Ergebnissen einer qualitativen Großstudie zu den Arbeitsbedingungen in Polen unterstrich Petelczyc die Bedeutung von Gewerkschaften und progressiven politischen Kräften bei der Gestaltung guter und fairer Arbeitsbedingungen. So habe eine große Zahl der Befragten angegeben, dass sich ihre berufliche Situation im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert habe. Grund hierfür seien unbezahlte Überstunden, allgemein schlechtere Arbeitsbedingungen und eine geringe berufliche Stabilität. Gerade hier sieht 16-20_08_2017Petelczyc Gestaltungsmöglichkeiten für progressive Kräfte. Ganz ähnlich argumentierte Katarzyna Duda vom Lassalle-Zentrum für soziales Denken in ihrem Vortrag „Arbeitnehmende mit Müllverträgen als Herausforderung für die Gewerkschaften“. Die als „Müllverträge“ bezeichneten atypischen Beschäftigungsverhältnisse sind bei etwa einem Viertel der Beschäftigten anzutreffen und machen insbesondere Berufseinsteigern zu schaffen. „Müllverträge“ bieten weder Urlaubs- noch Kranken- und Sozialversicherungsanspruch und tragen somit zu der oben beschriebenen Unsicherheit bei.

Zu den weiteren Programmpunkten zählten Workshops zur Erstellung guter Pressemitteilungen, der Erstellung von Infografiken und Memen für die Kommunikation in den Sozialen Medien, zu best practices für die Organisation sozialer Kampagnen und der Organisation von Gewerkschaftsmitgliedern. Ein weiterer Höhepunkt der Sommerschule war die Diskussion der Teilnehmenden mit Robert Biedron, Stadtpräsident in Slupsk, zum Thema „Wann engagieren sich Menschen in Bürgerinitiativen?“. Aufgrund seiner Erfahrung als Kommunalpolitiker sieht Biedron besonders die lokale Ebene als Aktionsfeld für engagierte Bürger_innen und Jungpolitiker_innen.

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Voraussetzung hierfür sei es jedoch sich über die Bedingungen kommunaler Politik vorab zu informieren. So wollten viele Bürger_innen in der Politik mitreden, wüssten aber nicht, welche Mittel im Haushalt zur Verfügung stehen und welche politischen Kräfte im Stadtparlament vertreten sind. „Wenn wir uns aber die nötigen Informationen beschaffen“, so Biedron, „dann haben wir viele Möglichkeiten, unsere Ideen einzubringen und auf diese Weise Politik zu gestalten.“

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