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Warschauer Debatten zur Sozialpolitik
Unsere Rente: Welche Reformen benötigen wir?

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Unsere Rente: Welche Reformen benötigen wir?

Bereits zum 27. Mal luden die ICRA-Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Warschau am 16. November zu einer „Warschauer Debatte zur Sozialpolitik“ ein. Diesmal diskutierte die Moderatorin Dorota Szelewa mit den Panelist_innen Janina Petelczyc, Krzysztof Hagemejer und Michal Polakowski sowie rund 25 Teilnehmenden über die Bedingungen einer Reform des polnischen Rentensystems.

16 11 2017Zu Beginn präsentierten die Panelist_innen kurze Impulsvorträge, die als Grundlage für die anschließende Diskussion mit den Teilnehmenden dienten. Janina Petelczyc vom Institut für Sozialpolitik der Universität Warschau nutzte ihren Vortrag, um auf die Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen im polnischen Rentensystem aufmerksam zu machen. Sie sieht im niedrigeren Renteneintrittsalter für Frauen, welches aktuell bei 60 Jahren liegt, einen Nachteil für ebendiese, da sie zusätzlich zur niedrigeren Bezahlung auf dem Arbeitsmarkt auch weniger Zeit hätten, um in ihre Rentenversicherung einzuzahlen. Darüber hinaus kritisierte sie, dass man in Polen nicht wirklich über das Rentensystem Bescheid wisse und schlug vor, sich in der Debatte zum Rentensystem zunächst die Grundsatzfragen „Was soll das Ziel unseres Rentensystems sein?“ und „Wie können wir dieses Ziel finanzieren?“ zu stellen.

16 11 2017Laut Krzysztof Hagemejer, Experte der ICRA-Stiftung und ehemaliger Experte der Internationalen Arbeitsorganisation, fehle in Polen das Vertrauen in das Rentensystem. Dies könne durch eine Reform des Rentensystems ausgebaut werden, doch „bevor wir mit revolutionären Änderungen beginnen, sollten wir erst einmal miteinander reden“. Dieser Dialog trage dazu bei, dass unterschiedliche Meinungen gehört würden und dadurch eine breitere Zustimmung zum Rentensystem möglich werde. Außerdem riet er zu mehr Weitsicht, denn in den Diskussionen zum Rentensystem würden meist nur die jetzigen Rentner_innen betrachtet. Aber auch die Rentner_innen, die in den kommenden Jahrzehnten in Rente gehen, sollten in die Überlegungen einbezogen werden, da sie die heutigen Beitragszahler_innen sind und nur einem System vertrauen können, welches ihren Lebensunterhalt langfristig sichert.

Michal Polakowski von der Stiftung ICRA wies zu Beginn seines Beitrags darauf hin, dass die 16 11 2017Rentenfrage kein ausschließlich polnisches Phänomen sei. Europaweit werde über die Zukunft der Rentensysteme diskutiert, die vor allem wegen des demografischen Wandels Veränderungen benötigen würden. Einen positiven Beitrag zum polnischen Rentensystem leisteten seiner Meinung nach die ausländischen Arbeitnehmenden in Polen. Durch ausländische Arbeitskräfte gebe es mehr Beitragszahler_innen, die die Folgen des demografischen Wandels zumindest zum Teil ausgleichen könnten.

Mit den Teilnehmenden diskutierten die Panelist_innen neben dem Zusammenhang von Problemen auf dem Arbeitsmarkt und den Problemen des Rentensystems auch die Möglichkeit eines flexiblen Renteneintrittsalters, welches sich zum Beispiel an den gesundheitlichen Bedürfnissen der Leistungsempfänger_innen orientiere. Darüber hinaus thematisierten sie eine bedingungslose Rente (Emerytura Obywatelska), die zum Teil kritisch gesehen wurde, da sie der Rentengerechtigkeit widerspreche. Menschen, die jahrelang für niedrige Löhne gearbeitet haben, bekämen genau so viel Rente, wie Menschen, die gar nicht gearbeitet haben. Der Zusammenhang zwischen Ein- und Auszahlungen werde durch eine solche Rente aufgehoben und führe somit zu Ungerechtigkeiten im Rentensystem.

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